Ungarn / Österreich – E N D S P U R T

Wir sind also wieder in Ungarn, unsere mittlerweile zweite Heimat. Stefans Onkel lebt dort Nahe Bekescsaba unweit der rumänischen Grenze und wir nutzen diesen Standort seit einigen Jahren als Basispunkt um unter anderem Rumänien oder die Ukraine mit den Motorrädern zu bereisen. Nun sind wir erneut hier und genießen die Ruhe in der Abgeschiedenheit seiner Tanya (Stück Land mit Gebäude außerhalb der Ortschaft) mitten in der ungarischen Puszta. Wir machen Urlaub! Zwinkerndes Smiley
Außerdem erwarten wir noch Besuch von Stefans Eltern samt Tante, die zu ihrem 70sten Geburtstag von zu Hause flüchten will. Bei Ankunft der Verwandtschaft gibt es noch einen unerwarteten Überraschungsgast zusätzlich. Meine Mama ist ebenfalls mit an Bord. Es freut mich riesig sie nach fast einem Jahr wieder in die Arme nehmen zu können. Wir verbringen eine super schöne, für Stefan und mich jedoch eher hektische Woche miteinander.  Bei so vielen Menschen gleichzeitig um uns herum sind wir fast schon überfordert. Die letzten knapp 12 Monate mussten wir Meinungsverschiedenheiten nur untereinander klären und nun sind da so viele Meinungen, jede mit seinen ganz persönlichen Eigenheiten. Trotzdem ist es super schön mal wieder die Familie um sich zu haben. Es wird gemeinsam gekocht (meist auf der offenen Feuerstelle) sowie viel geplaudert und gelacht. Nach einer Woche dann ist der ganze Spuk wieder vorbei und die Verwandtschaft weg.
Nach insgesamt zwei Wochen bei Stefans Onkel fahren auch wir wieder weiter. Der Weg führt uns zum Plattensee. Viele Male sind wir an ihm bereits vorbei gefahren, dieses Mal haben wir mehr Zeit und leisten ihm eine Stippvisite ab. Der See hat eine Länge von 79 km und im Mittel eine Breite von 7,8 km. Die Fläche beträgt 594 km² und ist damit 58 km² größer als der Bodensee. Neben der Hauptstadt Budapest ist der Plattensee das wichtigste Tourismuszentrum Ungarns. Wir queren entlang des Südufers von Ost nach West und verbringen zwei sonnenreiche Tage direkt am See.
Über die Grenze bei Sopron geht es nun nach Österreich. Der Hauptstadt Wien wollen wir noch einmal einen Besuch abstatten. Letztes Jahr im Juli waren wir bereits kurz da, haben aber leider nur das unter UNESCO-Schutz stehende Schloss Schönbrunn angesehen. Wir kaufen uns also ein Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr und starten zur großen Besichtigungstour.  Zuerst geht es – leider bei strömendem Regen – zum ersten Wahrzeichen der Stadt, dem Stephansdom, von den Wienern kurz “Steffl” genannt. Der Südturm hat eine Höhe von knapp 137 m. Im damaligen Österreich-Ungarn durfte keine Kirche höher als dieser Turm gebaut werden. Der Dom in Linz wurde z. B. deshalb um zwei Meter niedriger. Die komplette Altstadt, unter anderem mit dem imposanten Wiener Opernhaus, den Gebäuden des kunsthistorischen- sowie des naturkundlichen Museums, oder dem Burgtheater steht in seiner Gesamtheit ebenfalls unter UNESCO-Schutz. Sie ist definitiv eine wahre architektonische Augenweide.
Das nach dem Konzept und den Ideen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser gestaltete bunte und ungewöhnliche “Hundertwasserhaus” ist bei Regen leider nicht ganz so bunt, wie wir das auf Bildern schon gesehen haben. Das Haus darf aus Rücksichtnahme auf die Mieter von innen außerdem nicht besichtigt werden. Es ist üppig begrünt. 1985 wurden ungefähr 250 Bäume und Sträucher gepflanzt, die mittlerweile dank der Pflege durch Mieter zu stattlichen Bäumen herangewachsen sind – ein echter Park auf den Dächern des Hauses.
Weiter steht der Wiener Prater auf unserer “to visit”-Liste. Der eigentliche Wiener Prater ist ein weitläufiges, etwa 6 km² umfassendes Areal, das zum größten Teil aus ursprünglich von der Donau geprägten Aulandschaften besteht. Wenn man außerhalb Wiens vom „Prater“ spricht, ist häufig nur der bekannte Vergnügungspark im Prater, der Wurstelprater gemeint. Dieser macht flächenmäßig nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Pratergebiets aus. Das dortige aus dem Jahr 1897 stammende Riesenrad gehört ebenfalls zu den Wahrzeichens Wiens. Es wurde zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war zur damaligen Zeit eines der größten Riesenräder der Welt. Eine Fahrt leisten wir uns allerdings nicht. Zum einen finden wir den Fahrpreis wirklich zu hoch. Zum anderen spielt das Wetter nicht mit, um eventuell schöne Bilder von oben machen zu können.
Somit geht es also wieder weiter. Wir beschließen mit der traditionellen Straßenbahnlinie 71 hinaus zum Wiener Zentralfriedhof zu fahren . Dieser wurde 1874 eröffnet und zählt mit einer Fläche von fast 2,5 km² und rund 330.000 Grabstellen mit rund 3 Millionen Verstorbenen zu den größten Friedhofsanlagen Europas. Er gehört aufgrund seiner vielen Ehrengräber, der Jugendstil-Bauwerke und des weitläufigen Areals ebenfalls zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Bereits legendär von Wolfgang Ambros (Es lebe der Zentralfriedhof) besungen, laufen wir bei erneut strömendem Regen an den Ehrengräbern von Ludwig van Beethoven, Johann Strauss oder Johannes Brahms vorbei. Auch das Grab von Kammerschauspieler Hans Moser steht hier. Der Zentralfriedhof in seiner heutigen Form besteht einerseits aus dem interkonfessionellen „Hauptfriedhof“, der jedem Verstorbenen, ungeachtet der Glaubensrichtung als letzte Ruhestätte zur Verfügung steht, andererseits aus den verschiedenen konfessionellen Friedhöfen. Der überwiegende Teil des Hauptfriedhofs besteht seit jeher aus katholischen Gräbern. Darüber hinaus besteht aber auch ein buddhistischer, evangelischer,  islamischer, orthodoxer, mormonischer sowie alter und neuer jüdischer Friedhof. Der alte jüdische Friedhof wurde bereits 1879 als erste konfessionelle Abteilung eröffnet. 1945 wurden durch fehlgeleitete Fliegerbomben im zweiten Weltkrieg schwere Schäden angerichtet und rund 3000 Grabstätten zerstört. In den folgenden Jahrzehnten verwilderte die Abteilung zusehends. Ein Teil der Gräber wurde zwar restauriert, die meisten liegen jedoch immer noch brach und machen unseres Erachtens jedoch irgendwie den Charme dieses Teils des Friedhofes aus. Wir genießen den mystischen Charakter und die Ruhe hier.
Bei unserer Weiterfahrt ca. 50 km westlich von Wien merken wir dann – zu unserem Entsetzen – recht schnell, dass wir (fast) wieder zu Hause sind. Kein einziges Mal wurden wir auf unserer Reise von der Verkehrspolizei ernsthaft kontrolliert. Nun ist es allerdings soweit. Wir werden von der österreichischen Polizei zur technischen Untersuchung unseres Fahrzeuges gebeten. Ergebnis der Kontrolle sind mehrere “angeblich” schwere Mängel bei der Sicherheit. Hierbei wurden zum Teil jedoch Maßstäbe angesetzt, die bei einem mittlerweile 46 Jahre alten historischen Fahrzeug keinesfalls gerechtfertigt sind. Kommentar der jungen Polizisten: “Das sind die Vorschriften. Wir machen nur unsere Arbeit.” Willkommen zurück auf dem Territorium der Überregulierungen!!!


We’re back in Hungary, now our second home. Stefan’s uncle lives there near Bekescsaba close to the Romanian border and we use this site for several years as a base point to, among others, Romania or Ukraine, to travel with the bikes. Now we are here again and enjoy the rest in the seclusion of his Tanya (piece of land with buildings outside of the village) in the middle of the Hungarian Puszta. We are on vacation! Zwinkerndes Smiley
In addition, we still expect a visit from Stefan’s parents, including aunt who wants to flee to her 70th birthday at home. Upon arrival of the relationship, there is an unexpected surprise guest addition. My mom is also on board. I am pleased to be able to take huge back in your arms after almost a year. We spend a really nice, but for Stefan and me rather hectic week with each other. With so many people we are almost overwhelmed. The last almost 12 months, we had to clarify differences of opinion among themselves and only now are there so many opinions, each with their own personal idiosyncrasies. Nevertheless, it is time again to have really nice family around. We cooked together (usually on the open hearth) and chatted and laughed a lot. After one week, the whole spook is over and the family away.
After a total of two weeks at Stefan’s uncle we continue again, too. The path leads us to the Balaton. Many times we have already driven past him, this time we have more time and make a flying visit. The lake has a length of 79 km and a mean width of 7.8 km. The area is 594 km² and so 58 km² greater than the Lake Constance. Besides the capital Budapest the Balaton is the most important tourism center of Hungary. We traverse along the south shore from east to west and spend two sunny days on the lake.
Now over the border at Sopron we go to Austria. The capital Vienna, we wish to visit again. Last year in July, we were just there already, but have unfortunately seen only the Palace Schönbrunn, which is under UNESCO protection. So we buy a day ticket for public transport and start the big tour. First, it is – unfortunately in the pouring rain – the first landmark of the city, St. Stephen, known by the Viennese short “Steffl”. The south tower has a height of nearly 137 m. In the former Austria-Hungary no church could be built higher than this tower. The cathedral in Linz, for example, therefore lower by two meters. The entire old town, including the impressive Vienna Opera House, the buildings of art history as well as the Natural History Museum, or the castle theater in its entirety is also under UNESCO protection. It is definitely a true architectural eye-catcher.
Modelled after the concept and the ideas of the Austrian artist Friedensreich Hundertwasser colorful and unusual “Hundertwasser house” is in the rain unfortunately not quite as colorful, as we have already seen it on pictures. The house may from consideration for the tenant from the inside also not be visited. It is filled with plants. 1985 were planted about 250 trees and shrubs that are grown out thanks to the care by the tenant to stately trees – a real park on the roof of the house.
Further, the Viennese Prater is on our “to visit”-list. The actual Wiener Prater is a vast, about 6 km² wide area, which consists largely of originally marked by the Danube floodplains. When speaking outside Vienna from “Prater”only the well-known amusement park in the Prater is often meant. This makes in terms of area of only a very small part of the whole Prater area. The local dating back to the 1897 Ferris wheel is also one of the landmark of Vienna. Emperor Franz Joseph I. it was built to celebrate the 50th Jubilee and was at that time one of the largest Ferris wheels in the world. A trip we did not afford. Firstly, we really find the fare is too high. Secondly, the weather is not really good to make any nice pictures on the top.
So therefore it goes on again. We conclude with the traditional tram line 71 to drive out to the Vienna Central Cemetery. This was opened in 1874 and, with an area of ​​almost 2.5 km² and around 330,000 grave sites with about 3 million dead of the largest cemeteries in Europe. He is also one of the special attractions of the city due to its many memorials, its Art Nouveau buildings and its expansive grounds. Already legendary Wolfgang Ambros (Austrian singer) sung, we walk past the graves honor of Ludwig van Beethoven, Johann Strauss and Johannes Brahms in the pouring rain again. Also the grave of actor Hans Moser is here. The Central Cemetery in its present form consists of both the inter-confessional “Central Cemetery” which each deceased, is regardless of faith as the last resting place available, on the other hand from the various denominational cemeteries. The majority of the main cemetery consists of graves has always been Catholic. In addition, however, there is also a Buddhist, Protestant, Islamic, Orthodox, Mormon, as well as old and new Jewish cemetery. The old Jewish cemetery was opened in 1879 as the first denominational division. 1945 caused severe damage caused by errant bombs during World War II and destroyed some 3,000 tombs. In the following decades, the division increasingly feral. Some of the graves was indeed restored, but most of them are still broken but somehow this makes the charm of this part of the cemetery. We enjoy the mystical character and calmness here.
In our journey about 50 km west of Vienna, we notice then – to our horror – pretty quickly that we are (almost) back at home. Not once were we seriously checked on our trip from the traffic police. However it is ready. We are asked by the Austrian police for the technical examination of our vehicle. Result of control are more “supposed” serious gaps in security. Here, however, standards were adopted partly justified at a now 46 year old historic vehicle under any circumstances. Comment of the young policeman: “Those are the rules. We just doing our job. “Welcome back to the territory of over-regulation!!!

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2 Antworten auf Ungarn / Österreich – E N D S P U R T

  1. Hallo Ihr Beiden
    willkommen zurück … jetzt seid ihr auch schon wieder daheim… wir hoffen, ihr könnt doch noch ein paar Tage der Ruhe finden (auch daheim), bevor es wieder ins Berufsleben geht… lasst mal von euch hören, wie es so geht und wann ihr Zeit für einen Schwarzwaldbesuch habt, um über das Erlebte zu sprechen :-)
    ganz liebe Grüsse aus dem Westen, Andrea und Thomas

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