Albanien – Land zum entdecken

Nach einer schönen Zeit im Frühling von Nordgriechenland fahren wir bei Melissopetra nach Albanien. Hier im Land ticken die Uhren wieder anders. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl und erinnern uns an Georgien. Ähnlich wie dort sind zwar die Straßen schmal und löchrig, aber die Menschen extrem freundlich. Überall wird uns vom Straßenrand aus zugewinkt. Für die Feldarbeit gibt es wieder Pferdefuhrwerke sowie Esel. Alte Männer – nicht selten mit Sakko bekleidet – laufen mit der Sense los, um ihre Felder zu mähen. Schäfer ziehen entspannt mit ihrer Herde umher,  Kühe werden an der Leine spazieren geführt. Eine friedliche Idylle, die extrem entschleunigt wirkt und uns vielleicht genau deshalb so gut gefällt.
Generell ist uns aufgefallen, dass in Albanien ziemlich jeder Quadratmeter bewirtschaftet wird. Nicht nur jegliche Art von Obst und Gemüse wird angebaut, auch Getreide. Außerdem wachsen hier aufgrund des warmen Klimas jede Menge Olivenbäume. Derzeit sind die Kirschen reif und wir genießen jede Einzelne von ihnen. Ja, fleißig sind sie auf jeden Fall die Bauern hier in Albanien. Bei der Jugend scheint das jedoch anders zu sein. Auf den Straßen und Plätzen in den (Klein-)Städten sehen wir sehr viele junge Menschen. Wie wir erfahren, sind die meisten arbeitslos und werden häufig von ihren Eltern unterstützt, die im Ausland ihr Geld verdienen. Trotz Arbeitslosigkeit fahren viele von ihnen ein protziges Auto, meist Mercedes oder Audi – dies scheint ein Statussymbol zu sein und den jungen Leuten wichtiger als vieles andere. Die Arbeitslosigkeit wundert allerdings auch nicht, denn in diesem Land gibt es (außer Landwirtschaft) nicht viel zu tun. Tourismus gibt es kaum und die alten zerfallenen Fabriken haben vor Jahrzehnten einmal Arbeitsplätze geschaffen.
Nichtsdestotrotz ist uns dieses Land äußerst sympatisch. Tolle Landschaften, überall freundliche und hilfsbereite Menschen. Wir werden nirgendwo angefeindet oder – wie das Vorurteil in manchen Köpfen zu Hause so ist – bestohlen. Kurzum ein Land, das es sich lohnt zu entdecken…
Mit Silvia & Christoph sowie Sylvia & Rudi steuern wir direkt eine Schwefelquelle bei  Benja östlich von Permet an, wo ca. 30 Grad warmes Wasser aus der Erde sprudelt. Nach einer Nacht am Fluss Langarica  ganz in der Nähe der Quelle, fahren wir in das kleinen Städtchen Permet. Nach einigen Besorgungen sowie dem Genuss eines gemeinsamen Kaffees trennen wir uns von den anderen und fahren alleine weiter Richtung Norden. Über Tepelena, Fier sowie Elbasan geht es in die Hauptstadt Tirana. Die Stadt hat unseres Erachtens jedoch nicht allzu viel Charme, so dass es uns sehr schnell wieder raus zieht. Wir besuchen die ca. 20 km nördlich von Tirana gelegene mittelalterliche Festung von Kruja. Von den alten Festungsmauern ist nicht viel geblieben. Es wird jedoch mit der Ansiedlung zweier Museen und eines Basars versucht, etwas für den Tourismus zu bieten.  Wir lernen dort ein Paar aus Burghausen bei Altötting kennen und stellen während unseres Gesprächs wieder einmal erstaunt fest, wie klein diese Welt doch ist. Die beiden sind die Eltern von Lena, die im April mit drei Freunden im großen Kaukasus (Georgien) zum Skitourengehen unterwegs war. Wir trafen die sympatischen Vier oberhalb von Tiflis beim Kloster Berdznis und hatten eine  längere Unterhaltung, da sie sehr an unserer Reise und unserem Fahrzeug interessiert waren. Toll, welche Zufälle einem manchmal wiederfahren!
Uns zieht es weiter. Der weitere Weg führt uns vorbei an Lac und Lezha nach Skhodar am Südende des Skhodar-Sees gelegen, welcher zur Hälfte zu Albanien und zur Hälfte zu Montenegro, unserm nächstes Reiseland, gehört. Von den Überresten der dortigen Festung Rozafa ist mehr zu sehen als in Kruja, so dass die Besichtigung nicht nur wegen des atemberaubenden Ausblickes auf den Skhodar-See lohnenswert ist.
Leider sind wir aufgrund des wechselhaften Wetters nicht ins bergigen Hinterland gereist. Dort wo es am ursprünglichsten sein soll und die Menschen noch freundlicher. Meist fängt ein solches Land nämlich dort an, wo die Straßen aufhören. Aber wer weiß, ob wir irgendwann einmal mit dem Motorrad zurück kommen und diesen verpassten Teil von Albanien auf zwei Rädern bereisen. Smiley
Die Grenze zu Montenegro ist nicht mehr weit. Also machen wir uns auf zu neuen Abenteuern in einem neuen Land…


After a nice time in the spring of Northern Greece we ride Melissopetra to Albania. Here in this country the clocks tick differently again. We feel instantly at ease and remind us of Georgia. Similarly there though the streets are narrow and full of holes, but the people are extremely friendly. Everywhere is waving at us from the roadside. For the field work there are used again horse carts and donkeys. Old men – often dressed in jacket – start running with the scythe to mow their fields. Shepherd moving relaxed around with their herd, cows are out for a walk on a leash. A peaceful idyll that is extremely decelerated and maybe that’s why we like it so much.
In general, we noticed that in Albania pretty much every square meter is managed. Not just any kind of fruit and vegetables are grown, even grain. In addition, lots of olive trees grow here due to the warm climate. Currently, the cherries are ripe and we enjoy every single one of them. Yes, the farmers here in Albania are definitely hardworking. The youth, however, that seems to be different. On the streets and squares in the (small) cities, we see a lot of young people. As we know, most are unemployed and are often supported by their parents, who earn their money abroad. Despite unemployment, many of them drive a flashy car, mostly Mercedes and Audi – this seems to be a status symbol and for the young people more important than many other things. However, unemployment is not surprising, because in this country there are (except agriculture) not much to do. Tourism there is little and the old dilapidated factories have created jobs even decades ago.
Nevertheless this country is extremely sympathetic. Great landscapes, everywhere friendly and helpful people. We are nowhere met with hostility or – like the prejudice in many minds at home – robbed. In short, a country that it is worth to discover…
With Silvia & Christoph and Sylvia & Rudi, we control directly to a sulfur spring at Benja east of Permet, where about 30 degrees warm water gushes out of the earth. After a night on the river Langarica very close to the spring, we drive to the small town of Permet. After a few errands as well as the enjoyment of a common coffee we separate from the others and go on alone towards the north. About Tepelenë, Fier and Elbasan it comes to the capital Tirana. However, the city has in our view not much charm, so it very quickly pulls us out. We visit about 20 km north of Tirana situated medieval fortress of Kruja. From the ancient fortress walls remains not a lot. However attempts are made with the establishment of two museums and a bazaar for tourism to offer something. We get there a couple of Burghausen near of Altötting (Bavaria) and make during our conversation once again amazed to find how small this world really is. The two are the parents of Lena, who was in April with three friends in the Great Caucasus (Georgia) for ski touring. We met the sympathetic Four above Tbilisi at the monastery Berdznis and had a lengthy conversation, as they were very interested in our trip and our vehicle. Wow, what a coincidence sometimes go again!
Us pulling it further. The other path leads us past Lac and Lezha to Skhodar at the south end of Lake Skhodar, which is half and half to Albania and Montenegro, our next travel destination. From the remains of the fortress Rozafa there is more to see than in Kruja, so the visit is worthwhile not only because of the breathtaking lookout on the Skhodar Lake.
Unfortunately, we have not traveled to the mountainous country in the back due to the changing weather. There it should be much more pristine and the people are more friendly. Most such poor countries begins namely where the roads end. But who knows if we will come back someday with the motorbike and touring these missed part of Albania on two wheels. Smiley
The border with Montenegro is not far off. So we are on the way for new adventures in a new country…

Album anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigenAlbum anzeigen

Dieser Beitrag wurde unter 001 MIDDLE EAST AND Southwest-EUROPE (Juli 2013 - August 2014), 18 ALBANIA veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>