Türkei – Die Reifenodyssee beginnt von Neuem

Am Grenzübergang Sarpi reisen wir von Georgien in die Türkei. Unser Weg führt uns am Schwarzen Meer entlang. Wir haben Trabzon noch nicht erreicht, fängt unser alt bekanntes Problem mit den Reifen wieder an. Grrrr…!!! Wir stehen auf dem Pannenstreifen und wechseln mal wieder ein Rad. Dank Mustafa und seinem Kollegen von der Polizei aus Trabzon sind wir wieder schnell zurück auf der Straße. Am kommenden Tag wird auf einer wunderschön gelegenen Landzunge mit Blick auf den Leuchtturm in der Nähe der kleinen Stadt Persembe das Ersatzrad wieder neu vorbereitet. Gott sei Dank haben wir noch einen zweiten Ersatzreifen im Petto, so dass erst einmal  wieder alles auf “Anfang” steht. Aufgrund der Idylle hier entscheiden wir noch eine zweite Nacht zu bleiben.
Weiter gemütlich an der Schwarzmeerküste entlang sehen wir ca. 100 km vor Samsun am Straßenrand ein Expeditionsmobil mit Tölzer Kennzeichen stehen. Wir sind neugierig und lernen so Ritschi und Hermann kennen, die unten am Strand gerade ein Päuschen machen. Die Beiden sind seit 2 Monaten unterwegs und gerade auf dem Rückweg von Georgien sowie Armenien. Wir verabreden uns für Samsun, leider kommt ein Treffen dort nicht mehr zustande.
Also fahren wir weiter entlang der Küste Richtung Westen. Die nächste anvisierte Stadt ist Sinop. Vor den Toren der Stadt haben wir unser zweites Reifenproblem, es entweicht Luft. Dieses Mal auf der anderen Fahrzeugseite. Ähnliche Szene mit anderem Hintergrund: Wir montieren das Ersatzrad und reparieren am Abend (nachdem wir unseren Schlafplatz gefunden haben) abseits der vielbefahrenen Straße den defekten Reifen. So gaaaanz langsam müssen wir uns wohl nach anderen Reifen umschauen!
Nach Sinop entscheiden wir uns ins Landesinnere zu fahren bzw. den kürzeren und schnelleren Weg Richtung Istanbul zu nehmen, denn dort ist die Wahrscheinlichkeit höher an unsere (ungewöhnliche) Reifengröße zu kommen. Wir streifen die Städte Kastamonu und Karabück und haben (als wenn wir es geahnt hätten) unser nunmehr drittes Problem mit den Pneus in der Türkei. Auf der Autobahn macht es einen gigantischen Knall und der erst kürzlich reparierte Gummi verabschiedet sich in alle Richtungen. Die uns mittlerweile ja allseits bekannte Prozedur geht also von Neuem los. Aufbocken, Rad runter, Ersatzrad drauf! Ach ja, einen kleinen Unterschied gibt es dann doch: wir haben jetzt kein Ersatzrad mehr. Glück im Unglück, denn der mächtige Knall unseres “Reifenplatzers” wurde von den Mitarbeiter des nahe gelegenen Betonwerkes gehört, welche kurzum ihre Hilfe angeboten haben. Sie setzen alle Hebel in Bewegung, um gebrauchte Reifen zu organisieren. Zwei in gleicher Größe wären wünschenswert gewesen, einen (allerdings nicht identisch mit den montierten) konnten sie letztendlich auftreiben. Tja, besser als nichts! Unsere nächste Aufgabe ist es also, einen zweiten gleich dimensionierten Reifen zu finden, damit auf der Achse wieder gleiche Reifen rollen.
Keine 50 km weiter in Gerede finden wir tatsächlich einen zweiten Reifen. Nicht der allerbeste, aber immerhin. Wir sind gespannt, wie lange das Abenteuer “gebrauchte Reifen”, nun von einem Bagger,  nunmehr hält. Zwinkerndes Smiley
Nächster Stopp ist Istanbul. Dort gastiert auf dem Hippodrom neben der Blauen Moschee zwischen dem 6. und 9. Mai die “Allgäu-Orient-Rallye 2014”. Da auch Stefans Freunde wieder dabei sind, wollen wir sie im Fahrerlager begrüßen. Wir stellen uns – obwohl wir nicht zur Rallye gehören – frech aufs Hippodrom und warten ab. Anscheinend hat niemand ein Problem damit, denn wir werden nicht verjagt. Start der Rallye war am 3. Mai in Oberstaufen im Allgäu. Bereits am 5. Mai Nachmittags fahren die ersten beiden Teams in Istanbul ein. Wow, ganz schön schnell. Aufgrund Dauerregens fuhren wohl manche Teams Tag und Nacht durch. Wir genießen den zentralen Stellplatz mitten in der Stadt und machen uns auf zu einem Spaziergang hinunter zum Gewürzbasar und zur Galatta-Brücke. Am Nachmittag des 7. Mai gibt es auch für uns eine riesen Überraschung. Wir bekommen für zwei Tage Besuch aus der Heimat. Stefans Schwester Daniela mit unseren Freunden Jugo, Dani und Helene stehen plötzlich vor uns. Wir sind baff und freuen uns immens. Überraschung zu 100% gelungen!!! Smiley
Das Team “Eschagore” jedoch lässt weiter auf sich warten. Sie kommen erst spät in der Nacht des 8. Mai in Istanbul an und im Gepäck ist eine weitere Überraschung für uns. “Markese” packt einen vollen Karton mit heimischen Spezialitäten (inkl. Weißwurst Zwinkerndes Smiley) aus seinem Rallyeauto, außerdem einen Karton mit heimischem Bier als Mitbringsel von unseren Freunden.   Am nächsten Morgen Aufregung im Fahrerlager! Durch eine Verschiebung im Rallyeablauf starten die Teams bereits am 8. Mai und nicht wie geplant am 9. Mai. Am Nachmittag des 8. Mai sind alle Rallyefahrzeuge wieder auf dem Weg. Nur das Team “Eschagore” beschließt noch eine Nacht zu bleiben, da sie aufgrund eines Autotausches sowieso noch einige Zollmodalitäten in Istanbul zu erledigen haben. Am Vormittag des 9. Mai um 10 Uhr haben gemäß strikter Anweisung der Polizei ALLE Fahrzeuge das Hippodrom zu verlassen. Dazu zählen auch wir.  Somit sind die aufregenden Tage voller Überraschungen in Istanbul vorbei. Team “Eschagore” verabschiedet sich Richtung Flughafen sowie wir von unseren Freunden, die uns mit ihrem Besuch ein Stück Heimat in die Türkei gebracht haben.
Dank Dauerregen und einem gebrochenen Scheibenwischergestänge verlassen wir Istanbul jedoch erst zwei Tage später. Unser Glück hat uns aber schon recht bald wieder verlassen. Bei Tekirdag wechseln wir innerhalb von nur wenigen Kilometern gleich zwei Mal die Räder. Beim ersten Mal lässt einer der erst kürzlich gekauften (Bagger)Reifen Luft. Gott sei Dank stehen wir dieses Mal nicht irgendwo im Nirgendwo, sondern direkt neben einer Tankstelle sowie einem Reifenflickerladen. Einen einzigen Schlauch haben wir noch auf Vorrat, welchen wir nun einziehen lassen. Aus unerklärlichen Gründen platzt dieser allerdings keine 10 km weiter und wir stehen heute zum zweiten Mal (innerhalb der Türkei zum fünften Mal) am Straßenrand. Durch unsere Erfahrungen und Erlebnisse, die wir auf unserer Reise im nahen und mittleren Osten sammeln durften, haben wir gelernt geduldig zu sein. Dieses Problem jedoch fängt allmählich an zu nerven! Wir fahren die letzten Kilometer bis Griechenland ohne Ersatzrad und einem schlechtem Gefühl (da wir ja schließlich zwei dieser Baggerreifen montiert haben) und hoffen dort bessere Chancen bezüglich der Verfügbarkeit  unserer Reifengröße zu haben. Ihr seht, es leibt weiterhin spannend…


At the border at Sarpi we travel from Georgia to Turkey. Our route takes us along the Black Sea. We have not yet reached Trabzon, begins our old known problem with the tyres again. Grrrr… ! We stand on the hard shoulder and change again a wheel. Thanks Mustafa and his colleagues by the police from Trabzon we are again back on the road quickly. The next day on a beautiful peninsula with a view of the lighthouse near the small town of Persembe we re-prepared the spare wheel. Thank God we do not have a second spare tyre up their sleeve, so that once again everything is set to “start”. Due to the idyll at this wonderful pace we decide to stay a second night.
Next comfortably on the Black Sea coast, we see approximately 100 km from Samsun on the roadside a expedition-vehicle with license plate from Bad Tölz. We are curious and learn Ritschi and Hermann know, just make a little break down the beach. The two are traveling for 2 months and just coming back from Georgia and Armenia. We make an appointment for Samsun, unfortunately a meeting is not concluded there.
So we drive along the coast towards the west. The nearest town is targeted Sinop. Just outside the city, we have our second tyre problem, it escapes air. This time on the other side of the vehicle. Similar scene with different backgrounds: We mount the spare and repair in the evening (after we found our sleeping place) away from the busy road for the faulty tyre. Slowly we have to look for other tyres!
After Sinop we decide to head inland or to take the shorter and faster way to Istanbul, because there is higher probability to get at our (unusual) tyre size. We roam the cities of Kastamonu and Karabück and have (as if we had known it) now our third problem with the tyres in Turkey. On the highway it makes a huge bang and the recently repaired rubber adopted in all directions. For us starting now the well-known procedure again. Jacking up, wheel down, spare wheel on it! Oh yes, a little difference is there yet, we now have no more spare tyre. Blessing in disguise, because the mighty bang from our “tyre blowout” was heard from the staff of the nearby concrete plant, which have offered their help. Set the wheels in motion to organize used tyres. Two would have been desirable in the same size, one (but not identical with the mounted) they could ultimately find. Well, better than nothing! Our next task is therefore to find a second equal sized tyres, so roll again on the same axle tyres.
Less than 50 km further we actually find a second tyre. Not the best but o.k. We are curious how long the adventure “used tyres”, now holds by an excavator, works. Zwinkerndes Smiley
Next stop is Istanbul. There at the Hippodrome near to the Blue Mosque the “Allgäu- Orient Rally 2014″ stops between the 6th and 9th of May. Stefan’s friends will be there again, we want to welcome them in the paddock. We introduce ourselves – even though we do not belong to the rally – naughty on the Hippodrome and wait. Apparently no one has a problem with that, because we are not chased away. Start of the rally was in Oberstaufen (city of Bavaria) on May 3rd. Already on 5th May afternoon arrive the first two teams to Istanbul. Wow, pretty fast. Due to continuous rain probably drove through some teams day and night. We enjoy the central parking in the middle of the city and will go for a walk down to the Spice Bazaar and the Galatta Bridge. On the afternoon of May 7th there is a big surprise for us. We get a two-day visit from home. Stefan’s sister Daniela with our friends Jugo, Dani and Helene are suddenly in front of us. We are stunned and look forward immensely. Surprise 100% successful! Smiley
But the team “Eschagore” can be further delayed. They come late in the night of the 8th of May in Istanbul and in the luggage is another surprise for us. “Markese” packs a full case with local specialties (including white sausage Zwinkerndes Smiley) from his rallye-car, also a box with local beer as a gift from our friends. The next morning excitement in the paddock! Due to a shift in the rallye-sequence, the teams start as early as 8 May and not as planned on May 9th. In the afternoon of the 8th of May all rallye-cars are back on the road. Only the team “Eschagore” decides to stay another night because they do not have to do anyway some customs procedures in Istanbul due to a car swap. Have the morning of May 9th by 10 o`clock to leave the Hippodrome strict accordance with the instructions of the police all vehicles. This includes also us. Thus, the exciting day full of surprises in Istanbul are over. Team “Eschagore” say goodbye to the airport as well as us. From our friends who have brought us with their visit a little piece of home to Turkey.
Thanks to continuous rain and a broken wiper linkage we leave Istanbul, however, until two days later. Our happiness but has left us again very soon. In Tekirdag we change within just a few kilometers equal to two times the wheels. The first time can be one of the recently purchased (excavator-) tyre. Thank God we are not this time somewhere in the nowhere, but right next to a gas station and a Tyrerepairshop. A single hose we still have in stock, which we can now move. For inexplicable reasons, however, these bursts further than 10 km away and we stand today for the second time (within Turkey for the fifth time) on the roadside. Through our experiences that we could collect on our trip in the near and middle east, we have learned to be patient. However, this problem begins gradually to annoy! We drive the last few kilometers to Greece without spare wheel and a bad feeling (because we have finally installed two of these excavators tyres) and hope there are better chances regarding the availability of our tyre size to get. You see, it remains exiting…

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