Armenien & Berg-Karabach – miserable Straßen und noch mehr Müll

Über den kleinen Grenzübergang bei Agarak reisen wir nach Armenien ein. Die Berge werden nicht wirklich niedriger (auf 2.500 m üNN kommen wir ins Schneegestöber), der Straßenzustand immer schlechter und die Dörfer immer trister. Leider nimmt auch die für uns Mitteleuropäer nicht zu verstehende Art der Müllbeseitigung Ausmaße an, die wir so heftig noch nirgends anders gesehen haben. Überall wird der Müll entsorgt, einfach den Berg hinab oder in den Fluss. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn! Wir verstehen es bis heute nicht und werden es wohl auch nie verstehen.
Des weiteren fällt uns recht schnell auf, dass wir hier in einem ehemaligen Sowjetland angekommen sind, denn im Gegensatz zu den herzlichen und stets freundlichen Menschen im Iran sind die Gesichter hier eher grimmig. Zudem wird uns gleich in unserer ersten Nacht im neuen Land vor Augen geführt wieder vorsichtiger bezüglich Kriminalität sein zu müssen. Wir werden doch  tatsächlich beklaut. Okay, das Stahlseil war nicht verschlossen aber in den vergangenen acht Monaten als wir in muslimischen Ländern unterwegs waren hat es auch niemand brauchen können. Das Thema Alkoholismus ist ein weiteres Thema, mit welchem wir uns wieder konfrontiert sehen. Ein nicht wenig Betrunkener will uns unbedingt etwas scheinbar Wichtiges erzählen und klopft und hämmert hierfür unaufhörlich ans Fahrzeug. Es könnte allerdings auch sein, dass er uns lediglich unser Stahlseil wieder bringen wollte! Zwinkerndes Smiley
Unser Weg führt uns weiter Richtung Nordost, das Ziel ist die Stadt Agdam. Sie liegt in Berg-Karabach in Grenznähe zu Aserbaidschan und wurde im Krieg vor 20 Jahren (1988 bis 1994) zwischen Armenien und Aserbaidschan fast vollkommen zerstört. Berg-Karabach ist eine seit 1992 von Aserbaidschan unabhängige, international aber nicht anerkannte Republik. Ausschließlich Armenien erkennt Berg-Karabach als eigenständigen Staat an. Da es an der Grenze nur eine Kontrolle der Personalien gibt aber keine Visumerteilung, fahren wir erst einmal in die Hauptstadt Stepanakert. Im Amt für Ausländerangelegenheiten bekommen wir für umgerechnet 5 € pro Person ohne große Wartezeit unser Visum ausgehändigt. Mit dem Visum erhalten wir eine Akkreditierungskarte die angibt, an welchen Orten in Berg-Karabach man sich aufhalten darf. Die Orte an der ehemaligen Frontlinie sind ausgenommen, da dort wohl noch eine erhöhte Gefahr durch Minen besteht. Leider zählt auch Agdam zu diesen Orten. Wir wollen kein Risiko eingehen – zumal wir kurz vor Agdam von der Polizei nochmals auf diese Tatsache hingewiesen werden – und bekommen daher leider nur Außenbereiche der ehemals 200.000 Einwohner zählenden Stadt zu sehen.
Nachdem auch hier die Straße nicht wirklich in perfektem Zustand ist setzen wir unsere Reise nach Norden und wieder zurück nach Armenien fort. Hierfür nutzen wir die zweite, nördlich gelegene Verbindung zwischen Berg-Karabach und Armenien. Gemäß Straßenkarte eine Hauptverbindungsstraße, doch von Hauptstraße keine Spur. Ein Ausbau ist zwar in Vorbereitung, aber derzeit bekommen wir auf eine Länge von  ungefähr 100 km nur Schlamm und Schotter sowie ein Schlagloch nach dem anderen geboten. Über einen derart miserablen Zustand eines “Feld- und Waldweges”  in Deutschland würde es bei der Gemeinde sicherlich Beschwerden hageln. Die schlechte Erreichbarkeit und Abgeschiedenheit dieser Region hat aber auch Vorteile. Beim Besuch des ehemaligen Klosters Dadivank (einer Legende nach wurde der Heilige Thaddäus in den Mauern des Klosters begraben) sind wir mutterseelenallein und genießen die besondere Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt.
Die Grenzüberfahrt zurück nach Armenien bemerken wir gar nicht, nur unser GPS zeigt uns an, dass wir nun wieder auf armenischem Boden unterwegs sind. Kein Grenzposten weit und breit. Uns wundert es nicht wirklich, denn bei so wenig Grenzverkehr rentiert sich ein solcher Posten höchstwahrscheinlich auch nicht.
Unser nächstes anvisiertes Ziel ist die Hauptstadt Jerewan. Hierfür schwenken wir in Höhe des Sewansees wieder Richtung Süden. Ungefähr 30 km südöstlich von Jerewan besuchen wir hoch über dem Fluss Azat  im kleinen Städtchen Garni den “Tempel von Garni”, spazieren außerdem am Fluss entlang und bestaunen die “Symphonie Stones”; riesige Felsformationen, welche die Natur wie Orgelpfeifen in den Himmel ragen lässt. Unweit von Garni statten wir dem unter UNESCO-Weltkulturerbe stehenden Kloster Geghard ebenfalls einen Besuch ab. Das Kloster gehört zu den bedeutenden Zeugnissen der armenisch-apostolischen Kirche. Charakteristisch sind die teilweise in den Fels gehauenen Räume bzw. die Nutzung von Höhlen. Aus einer der Felskapellen fließt eine Quelle.
In Jerewan angekommen stellen wir mal wieder fest, dass unser Fahrzeug nicht für den dichten Verkehr in der Großstadt geeignet ist. Zwar hatten wir in den verschiedensten Städten oftmals Glück und konnten ohne viel Stress recht zentrumsnah einen Parkplatz ergattern. Dieses Glück blieb uns in Jerewan allerdings verwehrt. Wir beschließen also etwas außerhalb nach einer Stellmöglichkeit zu suchen und landen auf einem Parkplatz oberhalb der Stadt. In direkter Nachbarschaft ein Monument, welches zum Gedenken an den Völkermord der Türken an den Armeniern von 1915 errichtet wurde. Das angrenzende Museum war leider geschlossen, da es derzeit für die 100-jährige-Erinnerungsfeier im kommenden Jahr renoviert wird. Schade auch, dass das Wetter nicht ganz mitspielt. Es ist zwar teilweise sonnig, aber zu unserem Bedauern, geben die Wolken den Stolz der Stadt, den Berg Ararat, nicht frei. Wir bleiben also noch eine zweite Nacht und haben tatsächlich Glück. Trotz Bewölkung und teilweise verschleiertem Berg bekommen wir den Gipfel doch noch zu sehen. Der Tag und der Besuch Jerewans ist gerettet und wir können beruhigt die Stadt wieder verlassen.
Viel haben wir nicht mehr vor in Armenien. Also geht es weiter Richtung Norden und Richtung unseres nächsten Reiselandes Georgien. Auf dem Weg dorthin ungefähr 20 km vor der georgischen Grenze schauen wir uns ein weiteres Kloster, das Kloster Sanahin an. Es wurde um 960 n. Ch. erbaut und steht wie viele Klöster in Armenien unter UNESCO-Schutz. Im Mittelpunkt steht die Bibliothek und zeichnet sich durch diese als Ort des geistigen Lebens aus. Leider sprang der geistige Funke auf uns nicht über, so dass wir weitersehen und gespannt sind, was uns in Georgien so alles erwartet…


Our journey to Armenia over the small border crossing at Agarak. The mountains are not low (at 2,500 m above sea level, we come into the snow), the road condition getting worse and the villages always dreary. Unfortunately, so does the for us Central Europeans to understand type of waste disposal proportions that we have so violent yet seen anywhere else. Everywhere the waste is disposed of just down the mountain or in the river. True to the motto: Out of sight, out of mind! We do not understand it to this day and will probably never understand.
Furthermore, we notice quite quickly that we have arrived here in a former Soviet country, because in contrast to the warm and genuinely friendly people in Iran faces here are rather grim. In addition, we will equal out on our first night in the new country in mind to be more careful with respect to crime to have again. We are but actually robbed. Okay, the steel cable was not locked but in the past eight months as we were traveling in Muslim countries, it also has no-one can need. The subject of alcoholism is another issue with which we are confronted again. A very drunken man want to tell us something seemingly necessarily important by incessantly knocking and hammering this  to the vehicle-door. However, it could also be that he only wanted to bring our steel cable back to us! Zwinkerndes Smiley
Our route takes us further northeast, the destination is the city of Agdam. It is located in the Nagorno-Karabakh near the border with Azerbaijan and was almost completely destroyed during the war 20 years ago (1988 to 1994) between Armenia and Azerbaijan. Nagorno-Karabakh is an independent since 1992 in Azerbaijan, but internationally unrecognized republic. Exclusively Armenia recognizes Nagorno-Karabakh as an independent state. Since there is only one control of personal data are on the border but no visa, we go only once in the capital Stepanakert. In the Foreigners Office, we get for the equivalent of € 5 per person without much waiting time our visas handed out. With the visa we get an accreditation card indicating at which locations in Nagorno-Karabakh is allowed to stay. The places on the former front line are excluded, since there probably is an increased danger of mines. Unfortunately, Agdam is one of those places. We want to take any risks – especially as we are reminded by the police of this fact shortly before Agdam – and unfortunately get therefore only outer regions of the former 200,000 population city to see.
Once the road is also not really in perfect condition, we continue our journey to the north and back to Armenia. For this we use the second, northerly connection between Nagorno-Karabakh and Armenia. No trace According map a main road , but from the main road. An expansion is indeed in the pipeline, but for now we get to a length of approximately 100 km only mud and gravel and a pothole after another offered. About such a miserable state of “Field and forest road” in Germany it would certainly hail complaints with the community. However, the lack of accessibility and remoteness of this region also has advantages. During the visit of the former monastery Dadivank (according to legend, the saint Thaddeus was buried in the walls of the monastery) we are all alone and enjoy the special peace that radiates this place.
The border crossing back to Armenia we do not even notice, only our GPS shows us that we are now back on Armenian soil. No border post far and wide. For us, it is not surprising really, because with so little border traffic is such an item does not pay most likely also .
Our next intended target is the capital Yerevan. For this, we turn to the amount of Sevan south again. Approximately 30 km southeast of Yerevan we visit high above the river Azat in the small town of Garni the “temple of Garni” also stroll along the river and marvel at the “Symphony Stones”; huge rock formations, which can protrude nature like organ pipes in the sky. Not far from Garni we equip the under UNESCO World Heritage Monastery Geghard also a visit. The monastery is one of the major products of the Armenian Apostolic Church. Characteristic are the partially excavated in the rock spaces or the use of caves. From one of the rock bands a source flows .
After arriving in Yerevan, we firmly times again that our car is not suitable for the heavy traffic in the big city. In various cities although we had often lucky to get to without a lot of stress right close to the center find a parking space. This happiness was however denied us in Yerevan. So we decide on something outside to look for a garaging and end up in a parking lot above the town. In the immediate vicinity of a monument, which was erected to commemorate the genocide of the Turks against the Armenians in 1915. The adjoining museum was unfortunately closed because it is being renovated for the 100-year – commemoration next year. Pity that the weather was not quite cooperate. While it is partly sunny, but to our regret, giving the clouds the pride of the city, Mount Ararat, not free. So we remain a second night and have actually lucky. Despite clouds and partially veiled mountain we get to the summit but still visible. The day and the visit of Yerevan is saved and we can safely leave the city.
A lot of us have no longer found in Armenia. So we continue towards the north and towards our next destination country Georgia. On the way, about 20 km from the Georgian border we look at another monastery, the monastery Sanahin . It was built around 960 AD and is how many monasteries in Armenia under the protection of UNESCO. The focus is on library and characterized by them as a place of spiritual life. Unfortunately, the spiritual spark jumped on us not so that we continue to see and are excited about what awaits us in Georgia so everything …

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